Was hält die Gesellschaft zusammen? Was bringt Menschen dazu, füreinander einzustehen? Und welche Rolle spielen dabei Politik, Ehrenamt und Kirche? Diese und andere Fragen waren Gegenstand des EAK-Treffens am 4. Februar in Lorsch. Moderator Thilo Bitsch führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch einen spannenden Abend, zu dem EAK-Vorsitzender Albert Hermann die örtliche CDU-Landtagsabgeordnete Birgit Heitland als Rednerin geladen hatte.
In ihrem Vortrag betonte Heitland eingangs die Herausforderungen, die gerade Globalisierung, Digitalisierung und der Demografische Wandel für westliche Gesellschaften darstellen. Insbesondere die CDU sei als Volkspartei der Mitte dabei in der Pflicht, Lösungen gegen das Auseinanderdriften der Bevölkerung aufzuzeigen. Ohne Zusammenhalt könne eine demokratische Gesellschaft nicht bestehen, so Heitland. Menschen seien aber eher bereit, Rücksicht zu nehmen und für ihre Mitmenschen einzutreten, wenn sie sich mit dem System, in dem sie leben, verbunden fühlten, erklärte die Abgeordnete. Diese Verbundenheit könne gestärkt werden, wenn alle Menschen die gleichen Möglichkeiten zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und der politischen Gestaltung haben.
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Deutschland im internationalen Vergleich beim gesellschaftlichen Zusammenhalt im oberen Mittelfeld liegt. Im Bundesländervergleich nimmt Hessen ebenfalls eine Position im oberen Mittel ein. Besonders das Vertrauen in die Institutionen und das Gerechtigkeitsempfinden seien in Hessen stark ausgeprägt, so Heitland. Maßgebliche Faktoren für den Zusammenhalt seien Wohlstand, Gesundheitsversorgung, Bildungsniveau und geringe Arbeitslosigkeit. Zudem sei der Zusammenhalt reproduktiv: Wer sich engagiere und für andere eintrete, zeige seinen Mitmenschen durch Hilfsbereitschaft und Empathie auf, welchen Mehrwert der Zusammenhalt hat – und animiere sie so dazu, ebenfalls bürgerschaftlich aktiv zu werden.
Heitland erklärte, die Politik habe daher einerseits die Aufgabe, die bestmöglichen wirtschaftlichen sowie gesundheits- und bildungspolitischen Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Zusammenhalt zu fördern. Gleichzeitig müsse man weiterhin fördernd und kooperativ mit der Kirche und dem Ehrenamt zusammenarbeiten. Die Kirche trage vor allem durch ihre Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder Seelsorgeangeboten maßgeblich dazu bei, dass sich Menschen in der Gesellschaft aufgenommen und beschützt fühlten. Alle Glaubensgemeinschaften seien unterdessen aufgerufen, vehement gegen Fanatismus und religiöse Ausgrenzung vorzugehen – denn diese seien mit gesellschaftlichen Zusammenhalt unvereinbar.
Bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt beschrieb Heitland als zentrale Stütze der Gesellschaft und wichtigen Partner der Politik:
„Ohne politisches Ehrenamt, die Freiwilligen Feuerwehren, das THW, Bürger- und Integrationshilfen, Tagespflege, Naturschutzverbände, Sport- und Freizeitverbände und die vielen anderen ehrenamtlichen Angebote wäre ein Alltag in Deutschland überhaupt nicht denkbar. Zwei Millionen Hessinnen und Hessen engagieren sich ehrenamtlich. Ihre Unvoreingenommenheit und Hilfsbereitschaft gegenüber allen Mitmenschen ist eine essentielle Grundlage für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung.“
Die Hessische Landesregierung biete daher eine Vielzahl an finanziellen Förderangeboten für Vereine und Verbände, die sich für Teilhabe einsetzen und unterstütze das Ehrenamt mit einer Reihe an Initiativen – beispielsweise durch die Erhöhung der Mittel für die Gemeinwesenarbeit, den Hessenpass für kostenlosen oder ermäßigten Zugang zu Kultur- und Freizeitangeboten, Integrations- und Aktionspläne, Netzwerke oder Beratungsangebote.
In ihrem Schlusswort erklärte Heitland, die CDU mache sich stark dafür, dass Hessen auch zukünftig ein werteorientiertes, lebendiges und weltoffenes Land sei, in welchem Miteinander und Respekt die Grundlage des Zusammenlebens bleiben. Hessen müsse eine lebenswerte Heimat für alle Menschen sein, „egal ob aus der Stadt oder vom Land, Mann oder Frau, mit oder ohne Migrationshintergrund und unabhängig von religiöser Überzeugung.“ Der Kompass der CDU seien dabei auch weiterhin das Grundgesetz, der christlich-westliche Wertekanon und die freiheitlich-demokratische Grundordnung, so Heitland abschließend.

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Martin Ringhof