„Wer A sagt, muss auch B sagen! Ein Zwischenlager für schwach- und mittelaktive Anlagenbauteile am Standort Biblis ist die notwendige Voraussetzung für einen zügigen Rückbau. Dies hat RWE schon vor Monaten angekündigt. Für diesen Rückbau haben wir uns in Hessen parteiübergreifend ausgesprochen und er bleibt weiterhin richtig. Daher sollte man jetzt die Konsequenz aus dem Rückbau, nämlich die Notwendigkeit, die abgebauten Gebäudeteile zu lagern, nicht skandalisieren. Vielmehr sollten wir gemeinsam dafür arbeiten, dass es bald die notwendigen Endlager gibt und die Abfälle in den Castoren  aus den Zwischenlagern verschwinden können. Leider verweigern sich SPD und Grüne in Berlin einer Lösung der Endlagerfrage abgebrannter Brennelemente.“, erklärte der energiepolitische Sprecher der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Peter Stephan, anlässlich der Ankündigung des Betreibers des Kernkraftwerkes in Biblis, bald den Antrag für ein weiteres Zwischenlager für schwachen und mittleren radioaktiv belasteten Abfall aus dem Rückbau des Kraftwerks einzureichen.

In diesem neuen Zwischenlager sollen die beim Abbau des Kernkraftwerkes anfallenden Abfälle (insbesondere rückgebaute Bauteile und Gebäudeabbruch) zwischengelagert werden, bis sie in das Endlager für derartige Abfälle, „Schacht Konrad“ gebracht werden können. Dies sollte bis 2019 der Fall sein 

Der Energiepolitiker wies darauf hin, dass derartige Abfälle frühestens in einigen Jahren anfallen würden und dass es sich dabei nicht um „Atommüll“ im engeren Sinne, also ausgebrannte Brennstäbe, handele; es gehe lediglich um Bauteile, die in der Betriebsphase der Strahlung ausgesetzt war und daher eine besondere Entsorgung verlange. Brennelemente und Castoren aus anderen Kernkraftwerken könnten und sollten nicht in Biblis zwischengelagert werden. Dies sei sowohl juristisch als auch politisch eindeutig. Entsprechende Spekulationen erteilte der Energiepolitiker eine eindeutige Absage.

„Dieses Zwischenlager ist Teil des Rückbau-Prozesses, den wir alle wollen. Als solcher ist er zu akzeptieren. Ich begrüße sogar ausdrücklich, dass sich RWE schnell um die notwendigen Genehmigungen bemüht. Das zeigt, dass der Rückbau entschlossen angegangen und nicht verschleppt wird“, so Stephan.

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