(Heppenheim, 19. Mai 2016). Die Wahlen im Frühjahr 2016 haben im Bergsträßer Kreistag aber auch praktisch allen neu zu wählenden Parlamenten die Mehrheitsverhältnisse nachhaltig verändert. Einerseits stellt sich aus dem Erstarken einer neuen Wählerbewegung die praktische Frage, wie weiterhin verantwortliche Politik organisiert werden kann. Diese Antwort haben die Bergsträßer Christdemokraten mit  dem Abschluss einer Koalition mit der SPD des Kreises gegeben. Darüber hinaus stellt sich die politische Frage, wie verloren gegangenes Vertrauen der Bürgerinnen und  Bürger zurückgewonnen werden kann. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der CDU Kreisvorstand mit einer Analyse der Ursachen von Entwicklungen in der Gesellschaft, die zu Verunsicherungen und Stimmungen geführt haben, die den Ausgang von Wahlen und Referenden in Deutschland und Europa massiv beeinflusst haben und möglicherweise beeinflussen werden. Aus einer Stimmung der Gereiztheit („Wutbürger“) haben sich soziale Bewegungen des Misstrauens (z.B. Piraten, AFD) entwickelt, auf die die Parteien der politischen Mitte noch keine Antworten gefunden haben. Enttäuschungserfahrungen mit dem etablierten politischen System und seinen Parteien führen zu Protestwahlverhalten und der Tatsache, dass die Volksparteien das Volk nicht mehr hinter sich bringen. Auch die CDU leidet unter einem permanenten Mitgliederschwund, weil die zu verzeichnenden Eintritte die Verluste nicht ausgleichen.

Wege zur Modernisierung der Pateiarbeit sind in der Bergsträßer CDU nicht neu, sie sollen zukünftig noch entschlossener gegangen werden. Mit gutem Erfolg wurden schon in der Vergangenheit beispielsweise offene Bürgerkonferenzen veranstaltet. Dies hat sich als geeignetes Instrument erwiesen, politische Grundsatzthemen zu diskutieren, darin können aber auch aktuelle regionale Themen angesprochen werden. Politik könne in einer sicher verkomplizierenden Welt nicht immer fertige Problemlösungen anbieten, sie müsse auch deutlich machen, dass Aufgaben Zeit und Beharrlichkeit brauchen, ohne dass dabei ein irritierendes öffentliches Meinungsbild entsteht. Auch die Einbeziehung der sozialen Medien kann mehr Beteiligungsmöglichkeiten eröffnen, weshalb bei entsprechenden Fragestellungen auch Onlinebefragungen durchgeführt werden sollen.

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