Mörlenbach. Im Zukunftspakt Landwirtschaft in Hessen, den mehr als 30 hessische Organisationen der Landwirtschaft unterschrieben haben, wird als Ziel formuliert, dass die Neuinanspruchnahme von landwirtschaftlicher Nutzfläche in Hessen auf 2,5 ha pro Tag bis 2020 begrenzt werden soll. In der Vergangenheit lag dieser Wert bei 6 ha pro Tag. Langfristig soll der Anteil landwirtschaftlicher Nutzfläche stabil gehalten werden. Darauf weist der CDU Landtagsabgeordnete und umweltpolitische Sprecher der CDU Landtagfraktion, Peter Stephan im Zusammenhang mit der Diskussion um das gemeinsame Gewerbegebiet im Weschnitztal hin. Es ist auch falsch, landwirtschaftliche Fläche immer mit der Ernährungssituation in Verbindung zu bringen. Denn weder Pferdekoppeln fürs Hobbyreiten noch Maisflächen für Biogasanlagen oder Rapsfelder für die Biokraftstoffproduktion dienen der Lebensmittelproduktion. Und gerade diese Art der Flächennutzung nimmt immer mehr zu. Als im Ried ein Industrielandwirt 30 ha Fläche für eine Biogasanlage nutzen wollte, regte sich kein Widerstand. Bei 11 Hektar Fläche für Arbeitsplätze im ländlichen Raum dreht plötzlich der Vorsitzende des Regionalbauernverbandes am großen Rad gegen den Flächenverbrauch. „Dies steht im Gegensatz zu seinem Hessischen Bauernverband auf Landesebene, der an vorderster Stelle den Zukunftspakt unterschrieben hat“, so Peter Stephan. Immerhin ist es der Landwirtschaft in den vergangenen Jahren gelungen, die Erträge pro ha Nutzfläche deutlich zu steigern und damit einen Beitrag zur Nahrungsmittelversorgung zu leisten. Es muss ohne Zweifel sorgfältig mit dem verfügbaren Land umgegangen werden. Doch dies darf nicht zu der von BUND und dem regionalen Bauernverband betriebenen Totalverweigerung führen. Gerade die Ansiedelung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum trägt zur Nachhaltigkeit in der dörflichen Entwicklung bei, da damit der Abwanderung entgegengewirkt wird und lange Fahrten zu Arbeitsplätzen entfallen. Die Schaffung eines gemeinsamen Gewerbegebiets wird auch zu einem vergleichbar geringeren Flächenverbrauch führen, da die öffentliche Infrastrukturfläche geringer sein wird. „Wir wollen auch bei uns im Weschnitztal neue Arbeitsplätze schaffen, Menschen Möglichkeiten zum Eigenheim bieten und durch vernünftige Verkehrsanbindungen auf Straße und Schiene Lebensmöglichkeiten im ländlichen Raum bieten. Dass der BUND unsere Region gerne in den Dornröschenschlaf versenken würde, ist deren Ideologie geschuldet. Dass aber die Landwirtschaft sich vor diesen Karren einer Politik gegen die Entwicklung im ländlichen Raum stellt, muss schon überraschen“ so Peter Stephan zu der gemeinsamen Aktion von BUND und dem regionalen Bauernverband gegen das interkommunale Gewebegebiet und gegen die B38a Ortsumgehung Mörlenbachs.

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