(Berlin, 05.12.11) Der sogenannte Schienenbonus erlaubt der Bahn nach geltendem Recht, fünf Dezibel mehr Lärm zu verursachen als andere Verkehrsträger. Dieser Schienenbonus beruht auf Studien aus den 1970/80er Jahren. Man nahm damals an, dass Schienenlärm als weniger belastend wahrgenommen wird im Vergleich zum Straßenlärm.

 

Diese Annahme ist vor allem wegen der hohen Zuwächse beim Schienengüterverkehr weder sachgerecht noch zeitgemäß. „Vielmehr hat sich der Bahnlärm mittlerweile zu einem zentralen Problem für Mensch und Umwelt entwickelt“, so der Bergsträßer Bundestagsabgeordnete Dr. Michael Meister (CDU).

Die christlich-liberale Koalition im Bund beabsichtigt daher, in Kürze einen Gesetzentwurf in den Deutschen Bundestag einbringen, der das Ziel verfolgt, den Schienenbonus abzuschaffen. Vorgesehen ist, den Schienenbonus nicht mehr für Bahnvorhaben anzuwenden, deren Planfeststellungsverfahren nach Inkrafttreten der nächsten Änderung des Bundesschienenwegeausbaugesetzes und des dazu gehörigen Bedarfsplans eröffnet werden. „Dies ist ein starkes Signal für einen besseren Lärmschutz der Bevölkerung“, so Dr. Meister.

Gleichzeitig will die Koalition aus CDU/CSU und FDP aber auch den Schienenlärm am Ursprung bekämpfen – das heißt an den Zügen selbst. Ziel ist eine Lärmreduzierung für die Menschen an den Bahnstrecken durch Lärmschutzwände, am Fahrweg und eben durch Verbesserungen am rollenden Material. Dies gilt insbesondere für den Güterverkehr durch Umrüstung der Bremsen von Güterwagen. So fördert der Bund mit dem Pilotprojekt „Leiser Rhein“ die Umrüstung von bis zu 5000 Güterwagen auf lärmarme Verbundstoff-Bremssohlen. Die geplante Einführung eines lärmabhängigen Trassenpreissystems zum Dezember 2012 soll Wagenhaltern zudem einen Anreiz bieten, ihre Bestandsgüterwagen möglichst schnell auf leise Bremsen umzurüsten.

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