Hessen macht sich für die Beibehaltung der Pflanzungsrechte im Weinbau stark. Eine entsprechende Bundesratsinitiative haben die Länder Hessen,  Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz   gemeinsam am Freitag in den Bundesrat eingebracht. Derzeit sieht das Weinrecht Pflanzungsrechte für bestimmte Gebiete vor.

Das bedeutet, ein Winzer darf nur pflanzen, wenn er solche Pflanzungsrechte  sowie  für die Weinproduktion geeignete Pflanzflächen hat. Eine Ausweitung der Pflanzungsrechte ab 2015 durch die EU, nach eventueller nationaler Verlängerung ab 2018, würde laut der  hessischen  Agrarministerin Lucia Puttrich eine große Gefahr für die  durch Steillagenweinbau geprägte, jahrhundertealte Kulturlandschaft des Rheingaus und der Bergstraße   bedeuten. „Eine Freigabe der Pflanzenrechte könnte zu einer Verlagerung des Weinbaus in andere Landesteile insbesondere in flachere Lagen führen, da dort ein stärkerer Maschineneinsatz und damit eine kostengünstigere Produktion möglich ist“, sagte  Puttrich am Freitag. Das würde  nicht nur die  Weinwirtschaft,  sondern insbesondere  auch den Tourismus  und damit letztlich die gesamte Wirtschaft  in den  deutschen Weinbaugebieten enorm schwächen. Laut  Puttrich werden die Rebflächen in Steil- oder Terrassenlagen dort meist mit hohem  Handarbeitsaufwand bewirtschaftet.  Ein weiterer positiver Aspekt ist die Erhaltung der besonderen Weinbergsflora und -fauna. Die Hessische Landesregierung unterstützt die Weinbaubetriebe zum Ausgleich der Bewirtschaftungserschwernisse jährlich mit rund 500.000 Euro.

Der umweltpolitische Sprecher der CDU Landtagsfraktion, Peter Stephan, begrüßt die Initiative der Landesregierung, die der Arbeitskreis Landwirtschaft mit einem Entschließungsantrag im Landtag ergänzen wird. „Unsere wertvolle Kulturlandschaft an den Hängen der Bergstraße und im Rheingau darf nicht durch die EU für Produktionserweiterungen in anderen Ländern geopfert werden. Wir werden daher auch alle Initiativen der hessischen Weinbauverbände, die in die gleiche Richtung gehen, von Seiten der CDU Landtagsfraktion vollumfänglich unterstützen“ so Peter Stephan.

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