Die derzeitige Schullandschaft muss in all ihrer Vielfalt erhalten bleiben. Unser Schulsystem muss vor allem zwei Aspekte erfüllen. Einerseits muss Exzellenz gefördert werden, andererseits darf aber auch kein Schüler zurückgelassen werden. Wir brauchen kluge Köpfe um unsere innovative Wirtschaft im internationalen Wettbewerb weiter voranzubringen und wir brauchen auch bestmögliche Teilhabe für Kinder mit besonderem Förderbedarf damit kein Kind auf der Strecke bleibt.

Dies war die Kernaussage des Landratskandidaten Christian Engelhardt anlässlich eines Thementages Schule und Bildung bei dem Engelhardt zahlreiche Bildungseinrichtungen im ganzen Kreisgebiet besuchte, um sich über die vorhandenen Angebote zu informieren und seine Ideen und Konzepte vorzustellen. Der Landratskandidat hatte sich den ganzen Tag Zeit genommen um ein offenes Ohr für die Wünsche und die Sorgen der Bildungsträger haben zu können. Christian Engelhardt möchte den sog.

„Pakt für den Nachmittag“ flächendeckend im Landkreis umsetzen. Dass bedeutet, dass sich Eltern im Familienfreundlichen Kreis Bergstraße darauf verlassen können sollen, dass Ihr Kind an der Schule betreut ist – bei Bedarf bis 17:00 Uhr und auch in den Schulferien. Daran wolle er arbeiten und beabsichtige, dieses Ziel binnen 5 Jahren zu erreichen. Auch Bürgermeister Rolf Richter, als Stadtoberhaupt des Schulstandorts Bensheim setzt auf den Pakt für den Nachmittag und berichtete dem Landratskandidaten, dass er daran arbeite, Grundschulen für eine Teilnahme an diesem Vorhaben zu gewinnen, am besten schon ab dem nächsten Schuljahr (siehe Bild).

Beim Besuch der Liebfrauenschule in Bensheim – gemeinsam mit Bürgermeister Rolf Richter - stand die Umsetzung der Inklusion besonders im Fokus. Engelhardt betonte, dass Inklusion eines der wichtigen Themen der Zukunft sei. „Unser Schulsystem muss jedem Kind – im Rahmen seiner Möglichkeiten – die beste Bildung ermöglichen, dass muss unserer Gesellschaft jedes Kind wert sein“, so der Landratskandidat. Es müsse jedoch stets der jeweilige Einzelfall betrachtet werden.

Darum will Engelhardt die Förderschulen keineswegs abschaffen sondern sie als Kompetenzzentren für sonderpädagogische Betreuung fortführen: „Inklusion muss klug durchdacht sein“, forderte Engelhardt und regte eine stärkere Kooperation zwischen den Fachkräften der Förderschulen und den Lehrern der sonstigen Schulen an. Bei den Schülern, bei denen es das Beste für das Kind ist eine Regelschule zu besuchen, müsse die jeweilige Schule auch demenentsprechend – zum Beispiel mit Integrationshelfern - ausgestattet werden. Engelhardt war am Thementag Schule und Bildung auch in einer Kindertagesstätte zu Gast. Hier informierte sich der Kandidat gemeinsam mit dem Fürther Bürgermeister Volker Oehlenschläger über die Qualität der Betreuung und über die Zusammenarbeit mit den Grundschulen bezüglich der Übergangsgestaltung.

„Gerade ein möglichst fließender und geräuschloser Übergang zwischen KiTa und Grundschule, aber auch zwischen Grundschule und weiterführender Schule sowie zwischen weiterführender Schule und Beruf ist entscheidend für eine erfolgreiche Bildungsbiographie unserer Kinder“, führte Engelhardt aus. Deshalb ist es Engelhardt wichtig, dass sich vor Ort Kooperationsnetzwerke zwischen den Schulen, den KiTas und den Unternehmen bilden bzw. falls diese bereits vorhanden sind, dass diese gefestigt und ausgebaut werden.

Oftmals seien diese Kooperationen bereits vorhanden, aber den Schulen fehlen die notwendigen Stundendeputate um die Kooperation intensiv leben zu können. Hier müsse das Land die notwendigen Deputate zur Verfügung stellen forderte der Landratskandidat. Christian Engelhardt will sich ebenfalls vorstellen, dass der Kreis Bergstraße nicht nur für die äußere, sondern auch für die innere Schulverwaltung zuständig wird. Denn damit könnte der Kreis mehr Einfluss auf die Entwicklung der Schulen im Landkreis nehmen und flexibler auf die Bedürfnisse der Region reagieren.

Im Gespräch mit der Leiterin des Arche Noach Kinderhortes in Heppenheim stellte der Landratskandidat seine Ideen zur Verbesserung des Nachmittagsbetreuungsangebotes vor. Derzeit sei der Landkreis Modelllandkreis für den „Pakt für den Nachmittag“, der eine durchgehende Betreuung der Grundschulkinder bis 17 Uhr gewährleiste. Diesen will der Landratskandidat flächendeckend im gesamten Kreis Bergstraße an allen Grundschulen einführen. Den bisherigen Weg des „familienfreundlichen Kreis Bergstraße“ will Engelhardt konsequent weitergehen und ausbauen.

„Dabei geht es aber nicht darum, bestehende und funktionierende Angebote abzuschaffen, sondern diese gilt es in das Konzept zu integrieren, beispielsweise könnte ihr Hort die Nachmittagsbetreuung für die Konrad-Adenauer Grundschule übernehmen“ erläuterte Engelhardt der Leiterin. Dem Landratskandidaten geht es darum, eine flexible und verlässliche Betreuung zu gewährleisten. „Nur so bleibt der Landkreis für junge Familien attraktiv“, betonte Engelhardt und erzielte diesbezüglich Zustimmung bei seinen Gesprächspartnern. Vorstellen könnte sich der Landratskandidat außerdem einen beim Kreis angelegten „Pool“ an Tagesmüttern, die dann einspringen könnten, wenn z.B. die „eigene“ Tagesmutter mal kurzfristig ausfällt.

Auch in der katholischen öffentlichen Bibliothek in Lorsch war der Landratskandidat gemeinsam mit Bürgermeister Christian Schönung zu Gast. Vor Ort betonte Christian Engelhardt die Notwendigkeit möglichst frühzeitiger Leseförderung kleiner Kinder. Daher unterstützt der Landratskandidat das Projekt „Lesestart“, welches Kinder durch kostenlose Ausgabe von Lese-Sets zum Lesen animieren soll. Im Gespräch mit der Leitung des Litauischen Gymnasiums in Hüttenfeld betonte Christian Engelhardt die Bedeutung privater Schulen als „Ersatzschulen“, die das Angebot staatlicher Schulen erweitern und ergänzen. Der Landratskandidat nannte das Litauische Gymnasium ein „Unikum, welches es in dieser Form nirgendwo sonst in Westeuropa gibt“ und der Kreis Bergstraße könne stolz sein, eine solch innovative Schule vor Ort zu haben.

Außerdem stellt das Gymnasium für den Landratskandidaten einen „Ort gelebter Integration“ dar. Im Falle seiner Wahl sicherten sich Schulleitung und Landratskandidat eine intensive Zusammenarbeit zu. Zum Abschluss des Thementages kam der Fraktionsvorsitzende Michael Boddenberg in den Landkreis und referierte gemeinsam mit Christian Engelhardt unter dem Titel „Zwang zum Studium?“ zum Thema Fachkräftemangel und mangelhafte Schulausbildung.

Aus den Gesprächen mit vielen regional ansässigen Unternehmen konnte der Landratskandidat berichten, dass in der Wirtschaft nicht nur nach Studenten gerufen wird, sondern es noch viele weitere sehr attraktive Berufsmöglichkeiten gibt, die derzeit stark nachgefragt sind. „Aus diesem Grund ist es wichtig, dass wir den Unternehmen die Möglichkeit bieten sich in den Schulen vorzustellen und die Schüler für ihr Unternehmen zu begeistern“.

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