Faktenkenntnis schadet nicht“, so begründet der Landtagsabgeordnete Alexander Bauer (CDU), der auch innenpolitischer Sprecher seiner Fraktion im Hessischen Landtag ist, seine Motivation, die Polizeibeatinnen und Polizeibeamten der Direktion Verkehrssicherheit und Sonderdienste des Polizeipräsidiums Südhessen eine Tagesschicht lang zu begleiten. Auf dem Gelände der ehemaligen Autobahnpolizei Lorsch konnte sich Bauer vor Ort einen Eindruck von der Ausstattung, den Einsatzanforderungen und Dienstabläufen der dort ansässigen Fahndungs- und Kontrolleinheit (FKE) verschaffen.

Für die Arbeit auf den südhessischen Autobahnen müssen die Beamten freilich speziell ausgestattet sein. Neben den Zivilfahrzeugen sind dies vor allem mobile Computer für die Fahrzeug-, Personen und Dokumentenkontrolle. Nach einer Begrüßung durch den Direktionsleiter Jörg Seiderer nahm der Gast zunächst an der Besprechung zu Dienstbeginn teil. Das Team um Organisationsleiter Josef Simon wurde mit den besonderen Ereignissen in der Region vertraut gemacht. Dann nahmen insgesamt vier zivile Streifen ihre Kontrollarbeit auf. Neben den Geschwindigkeitskontrollen direkt aus dem Fahrzeug heraus liegt ein Schwerpunkt der FKE bei der Aufklärung und Bekämpfung von organisierter, mobiler Kriminalität.

Auch wenn es nach Einschätzung von Polizeihauptkommissar Josef Simon und seinem Kollegen Polizeioberkommissar Florian Westphal ein eher ruhiger Tag war, hatte Bauer auf den rund 350 Kilometern Streifenfahrt mit diversen Fahrzeug- und Personenkontrollen einen spannenden Einblick in die operative Fahndungsarbeit der Polizei bekommen. „Die Sondereinheit leistet zweifelsohne einen wichtigen und erfolgreichen Beitrag zur Kriminalitätsbekämpfung im Kreis Bergstraße und der gesamten südhessischen Region“, findet Bauer gerade mit Blick auf aktuelle Herausforderungen, wie etwa die so genannte „Armutseinwanderung“ aus den südosteuropäischen EU-Ländern, die im Polizeialltag ein wesentliches Thema sind.

„Die Freizügigkeit ist ein wichtiges Rechtsgut in der EU. Probleme des Missbrauchs müssen aber ernst genommen werden. Bei uns in Hessen hat sich die Zahl der gemeldeten Rumänen und Bulgaren innerhalb der letzten drei Jahre mehr als verdoppelt und der Städtetag hat zu Recht auf das Problem der Armutszuwanderung in unsere Sozialsysteme hingewiesen“, so Bauer. „Auch Hessen ist immer wieder Durchreiseland und Aktionsraum für Einbruchsbanden, die nach ihren Beutezügen schwer zu verfolgen sind. Durch die hohe Mobilität der Täter gibt es kaum regionale Schwerpunkte. Insbesondere ausländische Einbrecherbanden verüben über Ländergrenzen hinweg viele Straftaten“ erläuterte Bauer.

Als Innenpolitiker unterstrich er daher, dass verstärkte Maßnahmen zur Bekämpfung der Eigentumskriminalität unerlässlich sind. „Hierzu zählen ein länderübergreifendes Fahndungskonzept, die Stärkung der Präventionsarbeit und die Gewährleistung eines europaweiten polizeilichen Datenaustauschs. Die anlassbezogene automatisierte Fahndung nach Fahrzeugkennzeichen durch stationäre und mobile Geräte hat sich bewährt“, so der Abgeordnete. Bei der Abschlussbesprechung, bei der auch Uwe Brunnengräber, der Polizeivizepräsident des Polizeipräsidiums Südhessen in Darmstadt zugegen war, konnte Bauer wichtige Anregungen für seine politische Arbeit mit nach Wiesbaden nehmen

„Der Tag Autobahnstreife war für mich informativ und interessant. Es ist schön, dass es so motivierte Polizeibeamte gibt, denen die Arbeit Spaß macht. Selbstverständlich ist das nicht, denn der Arbeitsalltag ist lang und intensiv, die Gefährdungslage nicht selten hoch und der Erfolg der Arbeit auch häufig von dem individuellen Spürsinn und manchmal auch von ‚Kommissar Zufall‘ abhängig. Umso herzlicher habe ich mich bei Josef Simon und seinem Team für diesen Einblick und für deren Arbeit bedankt“, teilte Bauer mit.

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