Der Deutsche Bundestag gedenkt an diesem Freitag des Volksaufstandes in der DDR vom 17. Juni 1953. Vor 60 Jahren haben die Menschen im Osten Deutschlands außergewöhnlichen Mut bewiesen. Über eine Million gingen damals in der gesamten DDR für die Wiedervereinigung unseres geteilten Landes, für freie Wahlen und gegen die Unterdrückung durch das SED-Regime auf die Straße.

An mehreren hundert Orten in der DDR kam es zu Protesten. Der SED-Staat konnte den Aufstand nur mit Hilfe von ca. 20000 sowjetischen Soldaten und Panzern niederschlagen. Etwa 1600 Menschen wurden damals zu teils langjährigen Haftstrafen verurteilt, über 50 Menschen starben, sieben wurden hingerichtet.

Die Stasi baute in den folgenden Jahren ihr enges Bespitzelungs- und Überwachungsnetz aus, das Ulbricht-Regime errichtete 1961 die Mauer, um die Flucht der Menschen in die Freiheit zu verhindern. Aber die Bürger der DDR ließen sich nicht dauerhaft einsperren und unterdrücken. 36 Jahre nach dem Aufstand vom 17. Juni 1953 demonstrierten sie wieder in Massen. Diesmal blieben die sowjetischen Truppen ruhig und die friedliche Revolution der Menschen in der DDR brachte 1989/1990 die deutsche Einheit.

Wir Deutsche können heute endlich in Frieden und Freiheit leben. Uns erwächst daraus die Verpflichtung, dass wir uns auch international gegen Unterdrückung, für die Freiheit und die Menschenrechte einsetzen. Dazu verpflichtet uns nicht zuletzt auch unser christliches Menschenbild. Nach diesem ist der Mensch zur Freiheit geboren. Niemand darf ihm seine Würde nehmen. Keine Ideologie darf sich den Menschen zum Untertan machen.

Auch heute, mehr als zwei Jahrzehnte nach der deutschen Einheit, gedenken wir derjenigen, die sich mit Courage bereits 1953 dem SED-Unterdrückungsregime entgegengestellt haben und für Einheit und Freiheit eingetreten sind. Sie verdienen unseren allerhöchsten Respekt.

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Attribution: Bundesarchiv, Bild 175-14676 / CC-BY-SA

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