Meinungsaustausch: Spitzenkandidaten der Bergsträßer CDU suchen das Gespräch mit Vertretern des Sportkreises Heppenheim/Kreis Bergstraße.

Die Politik soll und will die Rahmenbedingungen schaffen, für Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren und Großes für die Allgemeinheit leisten. In diesem Sinne suchten die Spitzenkandidaten der CDU Bergstraße für die Kreistagswahl am 6. März, Volker Oehlenschläger (Fürth), Christian Schönung (Lorsch) und Birgit Heitland (Zwingenberg), das Gespräch jetzt auch mit Vertretern des Sportkreises Bergstraße. Sie trafen sich mit dem Vorsitzenden Günter Bausewein (Fürth) und seinen Stellvertretern Sibylle Becker (Bensheim/Hochstädten) und Walter Spiwak (Lorsch) in Heppenheim. Vorab erklärte Oehlenschläger, dass es dem Wesen seiner Partei, der CDU, zugrunde liegt, auf die Selbstverantwortung von Menschen zu setzen und wenig von oben regulieren oder anordnen zu wollen. Der Sportkreis ist sozusagen die größte Bürgerinitiative für alle Vereine im Kreis, die sportliche Betätigungen, im Training und im Wettbewerb, sowie im Breiten- und Gesundheitssport anbieten. Und davon gibt es im Kreis jede Menge.

Bausewein: „Wir vertreten 342 Sportvereine mit 93 000 Mitgliedern“. Bei 22 Kommunen im Kreis mit knapp 265 000 Einwohnern ist das ein großer Anteil. Darüber hinaus fungiert der Sportkreis als Bindeglied und Koordinator für die Vereine zur Vergabe von Mitteln aus dem Landessportbund. Bei den Themen, die die CDU ansprach, handelte es sich auch um die Modalitäten zur Überlassung kreiseigener (Schulturn-) Hallen zum Trainingsbetrieb für die Vereine. Das ist ein Bereich, so Oehlenschläger, wo der „politische Kreis das Heft des Handelns selbst in der Hand hält“. Er möchte sich weiter, trotz Kostendruck und Schutzschirm, für eine kostenfreie Nutzung der kreiseigenen Liegenschaften durch die Vereine einsetzen: „Keine Nutzungsgebühren für den Sport beim regulären Trainings- und Wettbewerbsbetrieb zum Vereinszweck. So steht’s in unserem Wahlprogramm.“ So gern die Sportkreis-Vertreter diese Botschaft auch vernahmen, so stellte sich doch im Verlauf des Gesprächs heraus, dass im Kreis mit seinen vielfältigen Gliederungen doch besondere Konstrukte herrschen. So werden mancherorts Eigentumsrechte zwischen Kommunen und Kreis geteilt.

Bisweilen sind die Kommunen Besitzer, bisweilen Vereine selbst. Selbst die Sportkreis-Sprecher als Vereinsvertreter teilen den Standpunkt, dass sich Nutzer an Reinigung und Reinigungskosten beteiligen sollten. In dem Dreiecksverhältnis zwischen Sport, Kommunen und Kreis, so fasste Oehlenschläger zusammen, legt die CDU großen Wert auf die gute Zusammenarbeit mit den Vereinen. So zitierte er Studien vom Landesrechnungshof, die aufzeigten, dass „Objekte in Vereinseigentum effizienter betrieben und stärker genutzt werden, als solche, die kommunal geführt sind. Hier hat jemand den Hut auf, der für Nutzung, Sauberkeit und schonenden Umgang sorgt“. Gefragt nach den Wünschen des Sportkreises an die Politik, regte Bausewein neue Konstrukte bei der Bezuschussung von Fahrtkosten oder bei der Ausrichtung des „Tags des Sports“ an. Hier sei auch die Kommission gefragt, die dem Kreisausschuss zuarbeitet.

Bausewein und seine Mitstreiter räumten ein, dass ein gerechter Schlüssel zwischen den Sportarten schwer zu erarbeiten ist: „Grundsätzlich sind solche Themen stets neu zu hinterfragen.“ Eine Budgetierung zur selbstverantwortlichen Verteilung der Mittel durch den Sportkreis wurde dabei als sinnvolle Lösung erachtet. Der Sportkreis als Partner der Vereine übernimmt wichtige Aufgaben in der Unterrichtung über Steuer- und Versicherungsrecht, bei der Ausbildung von Übungsleitern und erwartet von der Politik, so ist abschließend zu vermelden, dass auch in der neuen Legislaturperiode wieder der überparteiliche Arbeitskreis „Freunde des Sports“, initiiert vom Kreistag, zu Arbeitssitzungen zusammenkommt.

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