Die CDU Bergstraße protestiert in schärfster Form gegen die in dieser Woche veröffentlichte Information der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), das Luisenkrankenhaus in Lindenfels zum Ende des Jahres 2015 ganz schließen zu wollen sowie das medizinische Angebot am Hl-Geist-Hospital in Bensheim drastisch beschneiden und die Anzahl der Betten auf 50 Plätze reduzieren zu wollen.

Beide Entscheidungen wurden im Rahmen eines Sanierungskonzeptes der UMM getroffen, dabei spielten offenbar nur betriebswirtschaftliche Kennzahlen der UMM eine Rolle, keine Rücksicht wurde genommen auf abgeschlossene Verträge und die Folgen der medizinischen Versorgung der Bergsträßer und Odenwälder Bevölkerung. Gerade um den Erhalt des Luisenkrankenhauses in Lindenfels haben sich zahllose Bürgerinnen und Bürger sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbstlos engagiert und verdient gemacht. Sie müssen diese Entscheidung nun als einen Schlag ins Gesicht empfinden.

Das Lindenfelser Luisenkrankenhaus ist ein Garant und Anker für die stationäre Gesundheitsversorgung nicht nur in Lindenfels, sondern für den Bereich Weschnitztal, Überwald sowie für das Gersprenztal im Odenwaldkreis und das Modautal im Kreis Darmstadt-Dieburg. Die ohnehin im ländlichen Raum schwieriger werdende wohnortnahe medizinische Versorgung der Bevölkerung wird mit der Entscheidung der UMM aufgrund der vernetzten Strukturen negativ belastet und auf Dauer auch für die ambulante Versorgung nicht ohne Folgen bleiben.

Auch die Reduzierung des medizinischen Angebots am Hl-Geist Hospital Bensheim, die die Gefahr einer Schließung auf Raten in sich birgt, bleibt ohne fachliche Begründung und damit unerklärlich, vor allem angesichts der großen Investitionen von mehr als 30 Mio. € in das Haus in den vergangenen Jahren. Offenbar werden hier durch den Hygiene-Skandal an der UMM ausgelöste wirtschaftliche Probleme auf dem Rücken der Bergsträßer und Odenwälder Bevölkerung ausgetragen.

Die CDU Bergstraße wendet sich gegen diese Entscheidung, die in größtem Widerspruch zu unseren gesundheitspolitischen Zielen steht, eine wohnortnahe und qualitativ anspruchsvolle Versorgung der Menschen in unserem Kreis durch vernetzte ambulante und stationäre Angebote zu erreichen. Deshalb fordern wir die UMM auf, die Gründe für die Entscheidung transparent zu machen, mit Betroffenen und der Region zu sprechen, die bisher getroffene Entscheidung zurückzunehmen und gemeinsam mit allen Beteiligten eine Strategie zu entwickeln, wie das bei der Übernahme der Häuser in Bensheim und Lindenfels formulierte Sanierungskonzept, das vor allem auf den Ausbau medizinischer Angebote durch enge Kooperationen mit einzelnen Fachkliniken der UMM abzielte, erfolgreich umgesetzt werden kann.

Die CDU Bergstraße kritisiert nicht nur die sachliche Entscheidung, sondern auch die Art der Kommunikation des von der Stadt Mannheim geführten UMM, die die öffentliche beschworene Zusammenarbeit in der Metropolregion mit Füßen tritt. Gerade in schwierigen Entscheidungen ist Transparenz und offene Kommunikation die Grundlage für glaubwürdiges Handeln.

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