Der Arbeitskreis „Energie und Umwelt“ der CDU-Kreistagsfraktion hat sich jetzt ausführlich über das Wärmeverbundprojekt am Kreiskrankenhaus in Heppenheim informiert. Der ZAKB hat im letzten Jahr für etwa 2 Mio Euro ein neues Heizhaus erbauen lassen, dessen Wärmeerzeugungsanlagen sowohl das Kreiskrankenhaus als auch die Vitos-Klinik und das HSE-Nahwärmenetz mit der Konrad-Adenauer-Schule und einigen Wohnanlagen mit Heizwärme versorgen.

Der ZAKB ist auch der Betreiber dieser Anlage. Brennstoff des modernen Drei-Zug-Kessels sind Grünguthackschnitzel aus der Grünschnitt-Abfuhr des ZAKB ergänzt durch Waldhackschnitzel von Hessen Forst. Die thermische Leistung des Holzkessels beträgt 1,6 MW und der jährliche Brennstoffbedarf umfasst etwa 2.500Tonnen.

Die abgenommene Wärmemenge des Wärmeverbunds erreicht 8.000.000 kWh jährlich, was etwa 360 Haushalten entspricht. Die Hackschnitzel des ZAKB werden am Standort Hüttenfeld gesammelt und aufbereitet und mit der Abwärme des Blockheizkraftwerkes, welches das Deponiegas des „Energieberges“ energetisch verwertet, getrocknet. Im Durchschnitt werden jede Woche ca. 3 Lkw mit Brennmaterial zum Silo des neuen Heizhauses gefahren.

 
Verträge über 20 Jahre sichern die enge Kooperation der verschiedenen Partner. Dieses Heizprojekt passt hervorragend zur Gesamtstrategie des ZAKB mit einer möglichst optimalen Verwertung der Abfallstoffe.
 
Die Heizung eines Kreiskrankenhauses stellt hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit der Heizanlage. Ausreichend Reserve besteht durch einen 2,3-MW-Gaskessel und durch die vorhandene Heizanlage des Kreiskrankenhauses mit einer Leistung von 3,5 MW. Die Gesamtanlage ist so ausgelegt, dass sie genügend Erweiterungsmöglichkeiten, z. B. für den zukünftigen Anschluss von Industrieunternehmen im nahegelegenen Gewerbegebiet Süd, bietet.
 
Die Nutzung von Holzhackschnitzeln für die Verbrennung spart jährlich 650.000 Liter Heizöl. Der Brennstoff erfordert beim Transport vom Silo in den Kessel, bei der Feuerung und bei dem Transport und der Entsorgung der Asche spezielle Lösungen. Da der Brennstoff Holz naturgemäß sehr inhomogen ist, läuft die Anlage nur „im Prinzip automatisch“. Tatsächlich ist eine tägliche Kontrolle und Bereitschaft nötig. Eine aufwändige Rauchgasfilterung sorgt dafür, dass die Umwelt nicht belastet wird.
 
Die Mitglieder des Arbeitskreises konnten sich im Heizhaus und bei der anschließenden Information durch die Geschäftsführung des ZAKB und den Anlagenplaner ein gutes Bild über die Gesamtlösung des Heizprojektes und weitere Energieprojekte des ZAKB verschaffen und sehen, wie hier im Sinne der Energiewende positiv und zukunftsgerichtet gehandelt wird.

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