Der Arbeitskreis „Energie und Umwelt“ der CDU-Kreistagsfraktion hat sich jetzt ausführlich bei dem zur HSE AG gehörenden Verteilnetzbetreiber (VNB) Rhein-Main-Neckar GmbH & Co. KG in der Querverbundleitstelle in Darmstadt über den Betrieb des Versorgungsnetzes und die Aufgaben in einer Querverbundleitstelle informiert. Dabei wurden auch aktuelle Themen wie die Auswirkung der Energiewende und besonders auch die Integration von Windkraftanlagen intensiv besprochen.

Der Leiter der Querverbundleitstelle, Detlef Thoma, ließ es sich nicht nehmen, die interessierte Besuchergruppe persönlich zu informieren. Zu Fragen zum Komplex Windenergie konnte Frau Dr. Stefanie Fey direkt aus der täglichen Erfahrung Stellung nehmen.

Aus der Querverbundleitstelle werden ein Stromversorgungsnetz mit rund 10.000 km Mittel- und Niederspannungsnetz (Verkabelungsgrad von 93,1 % in der Mittelspannung und 99,1 % in der Niederspannung), 28 fernsteuerbare Umspannanlagen und 38 fernsteuerbare Schalthäuser und ca. 4200 Transformatorenstationen (im Ortsnetz), ein Gasnetz mit rund 2700 km Gasleitungen sowie die zuständigen Wasser- und Fernwärmenetze im 3-Schichtbetrieb an 365 Tagen im Jahr und 24 Stunden am Tag gesteuert und überwacht.

Zu den Aufgaben des Kompetenz-Zentrums Netzführung gehören neben der Netzsteuerung und -überwachung auch die Koordination des Bereitschaftsdienstes, das Entstörungs- und Krisenmanagement. Die Überwachung der Stromversorgung der Straßenbahn und die Steuerung der Straßenbeleuchtung sind ebenfalls Aufgaben, die von der Querverbundleitstelle wahrgenommen werden. Die schnelle Erkennung und Beseitigung von Stromausfällen ist eine äußerst wichtige Aufgabe und wurde den Teilnehmern veranschaulicht.

Das sehr erfolgreiche Handeln beim VNB zeigen folgende Zahlen: Mit 9,8 min/a Nichtverfügbarkeit liegt der VNB weit unter dem deutschen Durchschnitt (15 min/a). 16 Windräder und rund 9000 Photovoltaik-Anlagen speisen heute in das Netz des VNB ein. Bisher wurde das ohne Abregelungen bei Überproduktion bewältigt. Die Integration weiterer Anlagen ist eine Herausforderung für die Planung und den Betrieb, um den erforderlichen Netzausbau zielgerichtet und effizient durchführen zu können.

Gerade in Hinblick auf die Energiewende wird dabei oft übersehen, dass der Netzausbau nicht nur ein Thema für die Übertragungsnetze mit ihren „Stromautobahnen“ ist, sondern auch im Verteilungsnetz große Anstrengungen erfordert. Die Mitglieder des Arbeitskreises konnten sich in der Querverbundleitstelle ein gutes Bild über die Darstellung der Netze, Anlagen und die Überwachung und Steuerung durch die Schaltmeister verschaffen und sehen, wie hier ein wichtiger Beitrag zur sicheren und zuverlässigen Energieversorgung geleistet wird.

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