Der Arbeitskreis „Energie und Umwelt“ der CDU-Kreistagsfraktion war jetzt zu einer Information im Langnese-Werk in Heppenheim. Dieses Werk des Unilever-Konzerns ist nicht nur eine der größten Eiscreme-Produktionsstätten der Welt, sondern ist auch die größte Firma in Heppenheim mit über 700 Mitarbeitern und einer Eisproduktion von bis zu 170 Millionen Liter im Jahr. Durch diese Produktion ist das Werk mit weitem Abstand der größte Energie- und Wasserverbraucher der Stadt. 

Der Stromverbrauch ist größer als der private Verbrauch in Bensheim und Heppenheim zusammen. Steigende Energiepreise haben schon lange dazu geführt, dass Langnese sehr aktiv Energieeinsparprogramme und Effizienzsteigerungsprogramme umsetzt. Gerade das Kennenlernen dieser Programme war sehr wichtig für die Teilnehmer des Arbeitskreises.

 
Langnese hat schon 1997 ein Effizienzsteigerungsprogramm gestartet und seitdem an verschiedenen Energieeffizienzprogrammen teilgenommen. Ein „Projektingenieur Energieeffizienz“, eine Arbeitsgruppe „Energiesparfüchse“, Energieverbrauch als Element der variablen Vergütung zur Mitarbeitermotivation, ein verstärktes Energie-Monitoring und andere Maßnahmen zeigen, dass in dem Werk das Thema Energieeffizienz gelebt wird und verinnerlicht ist.
 
Viele Einzelmaßnahmen haben dazu geführt, dass in den letzten Jahren die Energiekosten von etwa 9 Mio € auf rund 7,5 Mio € trotz steigender Preise gesenkt werden konnten. Größte Maßnahme war dabei der Bau eines Blockheizkraftwerkes mit einer elektrischen Leistung von 1,56 MW. Die Optimierung des Kühlprozesses, der Regelgrößen und einzelner Geräte, z. B. Temperiergeräte sowie der Einsatz von Energiesparantrieben und Frequenzumrichtern für Kühlwasserpumpen und Ventilatoren führen zu einer erheblichen Strom- und Wassereinsparung bei der laufenden Produktion. Aber auch das automatische Abschalten nicht benötigter elektrischer Verbraucher, Abschaltanleitungen und Verbesserungen der Isolation der Leitungen und Gebäude haben den Verbrauch merkbar reduziert.
 
Auch Druckluft, die z. B. zum Abblasen der tropfenden Schokolade am „Eis am Stil“ benötigt wird,
muss erzeugt werden. Eine Absenkung des Druckes, das Aufspüren von Leckagen und neuer „Air
Knives“ führten zu erheblichen Einsparungen. Weitere Maßnahmen waren z. B. die Umstellung von Leuchten im Innen- und Außenbereich auf LED und die Optimierung der Beleuchtung an den Produktionslinien. Die Zusammenarbeit mit der Stadt und dem ZAKB ist eng und eröffnet neue Chancen zur weiteren Verbesserung der Energieeffizienz. 

 

Die Teilnehmer konnten bei Langnese nicht nur die laufende Eisproduktion sehen, sondern auch erfahren auf wie vielen Wegen in vorbildlicher Weise bei uns vor Ort ein Beitrag zur Energiewende
geleistet werden kann.

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