Am 13. Juli besuchte CDU-Landtagsabgeordnete Birgit Heitland im Rahmen ihrer Sommerbesuche auch das Alten- und Pflegeheim Seniorenwohnsitz Gümbel in Wald-Michelbach. Der zwischen 1973 und 1974 gebaute Seniorenwohnsitz gewährt durch den hochgelegenen Standort eine grandiose Aussicht über die Gemeinde Wald-Michelbach und das umliegenden Tal. Mit 64 Einzel- und acht Doppelzimmern bietet die Einrichtung, die derzeit 47 Mitarbeiter beschäftigt, viel Platz für die Bewohner. Begrüßt wurde Heitland durch den Leiter der Einrichtung, Herrn Bernd Schübeler.
Schübeler erklärte, man lege im Seniorenwohnsitz Gümbel viel Wert auf ein familiäres Arbeitsumfeld. Es sei wichtig, dass Leitung, Mitarbeiter und Bewohner auf Augenhöhe kommunizieren. Darüber hinaus sei es Teil des Betreuungskonzeptes, das soziale Miteinander der Bewohner zu fördern und durch Gruppenbildung mehr zwischenmenschliche Interaktion herbeizuführen. Dies sei gesund für die Menschen und gut für Stimmung. Durch die persönliche Einbindung der Angehörigen gewährleistet die Einrichtung zudem eine hohe Transparenz der betreuerischen Methodik, so Schübeler.
Im Informationsgespräch gab es Gelegenheit, sich über Pflegepolitik und die allgemeine Situation der Branche auszutauschen. So lobte Schübeler die Einführung der Pflegegrade, welche, ohne Erhöhung der Kosten für die Bewohner, im Falle sich veränderter Krankheitsbilder, angepasst werden können. Es sei zudem sehr hilfreich, dass Demenz bei der Festsetzung der Pflegegrade als Faktor eingeführt wurde. Kritik übte Schübeler hingegen an der verwaltungstechnischen Dauer der Umstellung von Pflegegraden. Um zu verhindern, dass Pflegeeinrichtungen diesbezüglich in finanzielle Vorleistung treten müssen, sei hier eine Reduktion der bürokratischen Abläufe von Nöten.
Auf die Frage Heitlands, welchen aktuellen Problemen man sich gegenwärtig gegenübersehe und welche Hilfe man sich von der Politik erwarte, führte Schübeler vor allem den Fachkräftemangel an. Es gebe eine große Konkurrenz um Pflegekräfte seitens der verschiedenen Einrichtungen. Problematisch sei insbesondere, dass sich die Anerkennung gleichwertiger ausländischer Ausbildungen im Pflegesektor häufig schwierig gestaltete. So könnten teilweise Fachkräfte aus dem Ausland in Deutschland nur Hilfskräfte werden. Dadurch gestalte es sich immer komplizierter, den Fachkräfteschlüssel von 50% zu halten.
Auch die Reform der Pflegeausbildung sah Schübeler kritisch. Es sei weder für das Arbeitspensum der Auszubildenden, noch für die Effizienz der Einrichtung zweckdienlich, wenn Auszubildende viele Stunden pro Jahr extern verbringen müssten. Allgemein müsse die finanzielle Situation der Auszubildenden und Angestellten im Altenpflegebereich verbessert werden, um gegenüber dem Krankenpflegesektor attraktiv bleiben zu können. Es fehle scheinbar an gesellschaftlicher Anerkennung des Altenpflegeberufs, so Schübeler.
Thematisiert wurde ebenfalls der Breitbandausbau und die immer größere Bedeutung schneller und stabiler Internetverbindungen für Einrichtung und Bewohner gleichermaßen, die Auswirkungen der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sowie der Wunsch der Branche, Arbeitsabläufe durch eine Vereinfachung der Dokumentation zu optimieren.
Bei einer Führung durch die Einrichtung konnte sich Birgit Heitland ein persönliches Bild von den umfassenden Angeboten des Seniorenwohnsitzes überzeugen. Das Ehepaar Herr und Frau Platen (89 bzw. 90 Jahre alt) welches ihre Zwei-Zimmer-Wohnung für die Besichtigung bereitgestellt hatte, erklärte, man fühle sich sehr wohl und sei sehr zufrieden mit der Einrichtung und dem unkomplizierten und offenen Miteinander der Bewohner und Angestellten. Alle Anwesenden stimmten Frau Platen zu, als sie erklärte: „Das Wichtigste in jedem Alter ist, immer Spaß und etwas zu lachen zu haben.“
Zum Ende des Besuchs bedankt sich Birgit Heitland für die Gelegenheit, den Betrieb aus nächster Nähe kennenzulernen. „Ich werde die vorgetragenen Kritikpunkte und Vorschläge mit in den Hessischen Landtag nach Wiesbaden nehmen und mich für eine stärkere Berücksichtigung der Bedürfnisse der Pflegebranche und mehr Anerkennung des Pflegeberufes einsetzen. Einrichtungen wie diese verdienen unsere Unterstützung, denn sie sind nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber, sondern auch eine zentrale Stütze unserer Gesellschaft“, so Heitland abschließend.

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