Christian Engelhardt setzt in seinem Wahlkampf einen klaren Schwerpunkt auf Bildung. Vor dem ersten Wahlgang veranstaltete er zum Thema einen ganzen Thementag während dem er Schulen, Kindertagesstätten und weitere Bildungseinrichtungen im ganzen Landkreis besuchte. Nun, rund eineinhalb Wochen vor der Stichwahl am 19. April, lud der Landratskandidat den Berufsschulpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Hugo Klein nach Bensheim ein. An der Gesprächsrunde zum Thema „Beruf und Schule“ nahm außerdem der Schulleiter der Heinrich- Metzendorf-Schule Wolfgang Freudenberger und Sven Herbert, Geschäftsführer der Firma Herbert GmbH teil. Als Veranstaltungsort wählte der CDU-Kandidat ganz bewusst die Firma Herbert als großen, mittelständischen Ausbildungsbetrieb, mit derzeit rund 50 Auszubildenden, aus. Die beruflichen Schulen sind ein wichtiger Teil der Bildungslandschaft im Landkreis Bergstraße, stellte Christian Engelhardt einleitend fest. „In den beruflichen Schulen wird die Zukunft vieler Unternehmen im Landkreis gestaltet, da die zukünftigen Arbeitskräfte dort ihre Qualifikation erlangen“ so Engelhardt. Hugo Klein betonte, wie wichtig es sei, dass junge Menschen sich auch für Ausbildungsberufe entscheiden und das eben nicht jeder Abitur machen und studieren müsse.

Hier herrsche diesbezüglich in den Köpfen vieler Menschen ein falsches Bild, dass nur ein Studium den Weg in eine erfolgreiche Karriere ebnen würde. „Es ist jedoch genauso wichtig, dass junge Menschen auch technische und handwerkliche Berufe ergreifen“ betonte der Berufspolitische Sprecher der CDU. Der „regelrechte Abitur-Wahn“ vieler Eltern stelle kein Allheilmittel dar. Christian Engelhardt konnte von seinen zahlreichen Firmenbesuchen in den letzten Monaten berichten, dass viele Betriebe in diesem Bereich tatsächlich einen hohen Bedarf anmelden.

Engelhardt betonte, dass es für ihn ebenfalls keinen „Zwang zum Studium“ gebe, da zahlreiche Ausbildungsberufe auch finanziell sehr lukrativ seien. „Die Attraktivität und Vielfältigkeit der Ausbildungsberufe muss man vielen Eltern jedoch erst vermitteln“, hält der Landratskandidat noch viel Aufklärungsarbeit für notwendig, um diese Berufsgruppe zu stärken. Der Schulleiter der Heinrich-Metzendorf-Schule berichtete den Anwesenden über die Investitionen die in den letzten Jahren von Seiten des Kreises in die Beruflichen Schulen geflossen sind.

„Hier ist der Landkreis gut aufgestellt“, so Freudenberger. „Gerade berufliche Schulen haben jedoch einen ständigen Investitions- und Erneuerungsbedarf, da die Auszubildenden stets mit den neuesten Maschinen und Geräten arbeiten müssen um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können“ erklärte der Schulleiter. Da die Beruflichen Schulen für den Landratskandidaten einen „ganz wichtigen Teil der Schullandschaft“ darstellen, darf man jedoch davon ausgehen, dass Engelhardt als Landrat weiterhin für eine sehr gute Ausstattung dieser Schulen sorgen wird. „Hier möchte ich den Weg von Landrat Willkes weitergehen und verdeutlichen, wie wichtig diese Berufe für unsere Wirtschaft sind“, versicherte der Landratskandidat.

Zustimmung erhielt er diesbezüglich von Seiten der Wirtschaft – in Person von Sven Herbert. Dieser lobte ebenfalls die Ausstattung der Berufsschulen und wies gleichzeitig darauf hin, dass es für die Unternehmen immer schwieriger werde, geeignete Auszubildende zu finden, die den Anforderungen an eine dreijährige Ausbildung gewachsen sind. Hugo Klein äußerte zu diesem Thema die Idee, die berufliche Ausbildung zu „staffeln“. Nach 1,5 oder 2 Jahren könnte man beispielsweise ein Zertifikat erhalten, um als Facharbeiter zu fungieren.

Dies habe den Vorteil, dass Auszubildende, die die Ausbildung nicht ganz schaffen, nicht komplett ohne Abschluss dastehen würden. Ein großes Potential sieht Christian Engelhardt bei den derzeit im Landkreis untergebrachten, oftmals jungen Flüchtlingen. Aufgrund des derzeitigen Fachkräftemangels sieht Engelhardt hier die Möglichkeit, die vorhandene Lücke durch eine gelungene Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu schliessen. „Grundlage dafür ist jedoch der Erwerb der deutschen Sprache“ betonte der Landratskandidat. Wolfgang Freudenberger berichtete, dass die Metzendorf-Schule genau hier ansetze.

Mit Hilfe so genannter „Intensiv-Klassen“, in denen vor allem Deutsch-, Mathe- und Berufsspezifische Kenntnisse vermittelt werden, versuche man derzeit die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt – und damit auch in die Gesellschaft – zu beschleunigen. Engelhardt betonte, dass es ihm wichtig ist, eine sinnvolle Beschäftigung für die Flüchtlinge zu finden, auch damit diese sich selbst verwirklichen können. „Einer geregelten Arbeit nachzugehen ist hier sicherlich der beste Weg um an der Gesellschaft teilzuhaben, soziale Kontakte zu knüpfen und die Wirtschaft zu stärken“, führte der Landratskandidat aus und stieß damit auf große Zustimmung seitens seiner Gesprächspartner.

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