Kreis Bergstrasse. Als „weiteren wichtigen Schritt für eine gute flächendeckende Ärzteversorgung des ländlichen Raumes“ bezeichnete der CDU Landtagsabgeordnete Peter Stephan die heute von der Hessischen Landesregierung vorgestellte Reform der ärztlichen Bedarfsplanung.

Auf vier regionalen Tagungen informiert die Landesregierung und die Kassenärztliche Vereinigung über die neue Bedarfsplanungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, die für die räumliche Verteilung von Arztsitzen von entscheidender Bedeutung ist.

Mit dieser neuen Richtlinie soll sichergestellt werden, dass auch in ländlichen Räumen eine ausreichende ärztliche Versorgung sichergestellt bleibt. Zudem wird dem Land, aber auch den Kommunen mehr Mitspracherecht bei den Zulassungen eingeräumt.

Für Hessen stünden mit der Reform zusätzliche Arztsitze zur Verfügung. Im Kreis Bergstrasse ist die Verteilung der Arztsitze derzeit sehr ungleichmäßig. Überversorgung an der Bergstrasse und Unterversorgung in Odenwald und Neckartal kennzeichnen den Bezirk.

„Die neue Bedarfsplanung ist ein wichtiger Schritt für eine verbesserte ärztliche Versorgung für alle Bürgerinnen und Bürger in allen Regionen Hessens“, so Stephan. Um die Planung mit Leben zu füllen, müssen alle Akteure an einem Strang ziehen – denn ein zusätzlicher Arztsitz bedeutet noch nicht automatisch auch einen zusätzlichen Arzt.

Die Landesregierung hat hier bereits viel unternommen. Mit einem neuen Förderprogramm über eine Million Euro stärkt sie die regionalen Gesundheitsnetze – also die freiwillige Zusammenarbeit und Kooperation von verschiedenen Ärzten in einer Region – nochmals. Eine gute Vernetzung der Akteure hilft, eine gute Versorgung für die Patienten sicherzustellen.

Gemeinsam mit den Krankenkassen und den Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung müssen darüber hinaus entsprechende finanzielle Anreizsysteme geschaffen werden. So können derzeit für Neuansiedlung von Ärzten im Odenwaldkreis finanzielle Unterstützungen durch das Land Hessen geleistet werden, für den Odenwaldteil und das Neckartal des Kreises Bergstrasse jedoch nicht, da der Kreis Bergstrasse derzeit als eine Einheit mit ausreichende Versorgung definiert ist.

Hier muss eine Neuregelung Abhilfe schaffen. „Mit diesen Maßnahmen tragen wir dazu bei, junge Ärzte für die Arbeit in den ländlichen Regionen zu interessieren und unsere gute flächendeckende Versorgung zu erhalten und auszubauen“ so CDU MdL Peter Stephan.

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