Trotz rückläufiger Zahlen im Deliktsfeld des Wohnungseinbruchdiebstahls wird die hessische Polizei auch in diesem Jahr über die Sommerferien ihre Kontroll- und Präventionsmaßnahmen zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchs weiter intensivieren. Dabei setzt die Polizei bewusst auf Aufklärung. So wird auch das Präventionsmobil des Landeskriminalamts verstärkt zum Einsatz kommen. Die erfolgreiche Arbeit der Polizei in diesem schwer zu bekämpfenden Deliktsfeld hat sich ausgezahlt. Zehn Prozent weniger Fälle im Bereich Wohnungseinbruchdiebstahl ermutigen uns, den Kontrolldruck weiterhin hoch zu halten, um die positive Entwicklung möglichst aufrechtzuerhalten. Wir setzen dabei auf ein Maßnahmenbündel, zu dem neben Kontrollen und Prävention auch der stärker täterorientierte Ermittlungsansatz im Rahmen unserer Länderkooperation mit Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zählt“, sagte der Landtagsabgeordnete Alexander Bauer (CDU), der auch innenpolitischer Sprecher seiner Fraktion ist.
In Hessen sanken die Fallzahlen im Bereich der Wohnungseinbrüche im Jahr 2016 mit insgesamt 10.405 Fällen um 10,3 Prozent auf den tiefsten Stand seit 2010. Dabei erreichte die Versuchsquote 2016 den Bestwert von 46,5 Prozent. Damit konnten die tatsächlich vollendeten Wohnungseinbruchdiebstähle im Langzeitvergleich über die letzten 20 Jahre mehr als halbiert werden. Verzeichnete die PKS im Jahr 1997 noch 12.288 vollendete Wohnungseinbruchdiebstähle, ist die Zahl im Jahr 2016 auf 5.569 gesunken.
Der Wohnungseinbruchsdiebstahl stellt einen erheblichen Eingriff in das Sicherheitsempfinden der hessischen Bürgerinnen und Bürger dar. Deshalb wird der Bekämpfung dieses Deliktsbereiches unverändert ein sehr hoher Stellenwert beigemessen. Gerade die bevorstehende Urlaubszeit bietet den Tätern erfahrungsgemäß besonders günstige Bedingungen. Die Einbrüche ereignen sich in der überwiegenden Anzahl der Fälle tagsüber, während der -teilweise längerfristigen- Abwesenheit der Bewohner.
Für die Täter stellen überfüllte Briefkästen, geschlossene Rollläden, dauerhaft vor dem Haus geparkte Fahrzeuge, Abwesenheitsnachrichten auf dem Anrufbeantworter oder in sozialen Netzwerken per se eine Einladung dar. Neben den Kontrollmaßnahmen – die Überwachung von Unterschlupfmöglichkeiten und Reisewegen überörtlicher bzw. reisender Täter sowie die Kontrolle von An- und Verkaufsgeschäften – wird die hessische Polizei in dieser Zeit zielgerichtete Präventionsmaßnahmen sowie eine begleitende Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere in von Einbruchsdiebstählen mehrfach betroffenen Gebieten, durchzuführen, um dabei die Bürgerinnen und Bürger für die sicherungstechnischen und verhaltensorientierten Präventionsmöglichkeiten zu sensibilisieren.

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