„Auch 70 Jahre nach Kriegsende ruft der 8. Mai 1945 bei Zeitzeugen und ihren Nachfahren noch immer sehr unterschiedliche Erinnerungen hervor. Der Tag war Untergang und Befreiung zugleich, er war das Ende des Bösen, er war der Tag der Ungewissheit, der Tag der Hoffnung auf ein besseres Leben ohne Krieg und Leid und er war der Beginn des Friedens in Europa“, so Landtagsabgeordneter Alexander Bauer (CDU), anlässlich des 70. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges am 8. Mai 1945.

„Nur einen Tag nach dem Gedenken des Kriegsendes begehen wir am 9. Mai den Europatag der Europäischen Union. Diese unmittelbare chronologische Aufeinanderfolge des Gedenkens an das Ende eines deutschen Irrweges am 8. Mai und an den Aufbruch in eine gemeinsame europäische Zukunft am 9. Mai steht dabei beispielhaft für Schatten und Licht in der deutschen Geschichte. Das Ende der jahrhundertealten Bruderkriege in Europa bildete zugleich den Beginn der längsten Friedensepoche der neueren deutschen Geschichte. Die Völker Europas reichten Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg die Hand zur Versöhnung; aus der Überwindung der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Deutschland und Frankreich entwickelten sich nach 1945 das Herz und der Motor des europäischen Einigungsprozesses. Trotz der Schrecken des Holocaust, der Deutschland eine besondere Verpflichtung und Verantwortung gegenüber Israel auferlegt, sind wir heute auch mit Israel freundschaftlich, politisch und wirtschaftlich eng verbunden.

Der 70. Jahrestag des Kriegsendes ist daher auch ein Tag des Dankes an diejenigen, die uns das Leid, das von Deutschland aus über Europa gebracht wurde, verziehen haben. Das seit Kriegsende erworbene Vertrauen war die maßgebliche Voraussetzung für die mit der Überwindung des Ost-West-Konfliktes und der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 sowie mit der Intensivierung des irreversibel gewordenen Europäisierungsprozesses abgeschlossene Reorganisation der europäischen Nachkriegsordnung“, findet Bauer. „Heute gibt es nur noch wenige Zeitzeugen des Krieges und seiner Entstehung. Deshalb müssen wir die Zeugnisse dieser Irrwege in Form von Tagebüchern, Bildern, Filmen, Material über die führenden Köpfe des Dritten Reichs, die SS-Massenmorde, über die Opfer in den Konzentrations- und Vernichtungslagern und die Zerstörung weiter Teile Europas, in Gedenkstätten immer zugänglich machen.

Ziel der Gedenkstätten ist es, Verantwortung wahrzunehmen, die Aufarbeitung zu verstärken und das Gedenken zu vertiefen. Wir dürfen vor Extremismus, Europafeindlichkeit und politisch motivierter Gewalt nicht die Augen verschließen. Die Geschichte lehrt uns, aufmerksam und wehrhaft unsere Grundwerte und Demokratie zu verteidigen“, so Alexander Bauer in seiner Mitteilung.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag