(Bergstraße, 09.02.11) Der Weinbauverband Hessische Bergstraße hat sich in einem Schreiben an den Bundestagsabgeordneten Dr. Michael Meister (CDU) klar gegen eine Aufhebung des EU-Anbaustopps im Weinbau ausgesprochen. Die Aufhebung des Anbaustopps käme „einer Katastrophe gleich“ und würde „den landschaftsprägenden Charakter des Weinbaus und eine Jahrhunderte alte Kulturlandschaft gefährden“, so der Weinbauverband. Außerdem drohten, „wertvolle Weinlagen zu veröden“.

Der Bergsträßer Bundestagsabgeordnete kann die Sorgen des heimischen Weinbauverbandes gut nachvollziehen. „Wenn Wein überall dort angebaut werden könne, wo es möglich sei, würde es zu einer agrarindustriellen Produktion kommen mit dem Ergebnis: Masse statt Klasse. Die Situation für die Winzer bei uns würde sich spürbar verschlechtern“, so Dr. Meister. Er begrüßt daher ausdrücklich, dass sich das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) für eine Verlängerung der Pflanzrechteregelung ausspricht. „Solange der europäische Weinmarkt noch nicht im Gleichgewicht ist und die südlichen Erzeugerländer unverändert Überschüsse produzieren, sollten wir nicht über ein Ende des Anbaustopps reden. Nach gegenwärtiger Rechtslage läuft das Pflanzrechtesystem Ende 2015 auf EU-Ebene aus, wobei die Mitgliedstaaten die Regelung bis Ende 2018 auf nationaler Ebene verlängern dürfen. Dies muss spätestens im kommenden Jahr korrigiert werden, wenn die Europäische Kommission ihre Bewertung der Weinmarktreform von 2008 vorlegt“, hat unlängst die Parlamentarische Staatssekretärin im BMELV, Julia Klöckner, erklärt. Gerade Regionen mit schwierigen Standort- und Bewirtschaftungsbedingungen, wie beispielsweise das von Steillagen geprägte Terrain an der Bergstraße, sind nach wie vor auf ein funktionierendes Pflanzrechtesystem angewiesen. „Hier geht es auch um die Bewahrung unseres weinkulturellen Erbes. Ich möchte, dass der Weinbau in unserer traditionellen Bergsträßer Anbauregion auch in Zukunft ein Qualitäts- und Wiedererkennungsmerkmal bleibt, so Dr. Michael Meister.

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